Ernährung

Grundsätzlich ist es in jedem Lebensalter von Vorteil, sich aus gewogen mit möglichst frischen und wenig behandelten Lebensmitteln zu ernähren.
Das Beispiel der japanischen Gesellschaft, in der bei Jugendlichen westliche Ernährungsgewohnheiten mit Pommes frites und Hamburgern immer beliebter werden, ist recht eindrucksvoll. Mit zunehmend fettem Essen steigt dort auch die Wahrscheinlichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfällen zu sterben, was früher in Japan nur sehr selten vorkam.
Unsere heutige Ernährung, selbst wenn sie gesund und aus gewogen ist, besteht aus abgepackten, verfeinerten, bearbeiteten, industriell hergestellten, gekochten, eingefrorenen und konservierten Lebensmitteln. Jeder Bearbeitungsschritt nimmt dem Essen Vitamine und Mineralien. Unsere Nahrungsbedürfnisse hängen von vielen Dingen wie z.B. dem Geschlecht, dem Alter oder dem Maß an körperlicher Bewegung ab. Eine allgemeine Empfehlung kann nur ganz grundsätzliche Dinge beinhalten. Dazu gehört die Reduktion des Körpergewichtes auf Ideal- oder zumindest Normalgewicht, eine vitaminreiche möglichst fettarme Kost mit wenig Fleisch und Wurstwaren sowie tägliche Bewegung. Ein individueller, für den einzelnen Menschen optimaler Ernährungsplan lässt sich mit Hilfe einer Ernährungsberatung zusammenstellen.
Schon allein die Nahrungsmenge zu reduzieren, führt möglicherweise zu einem längeren Leben.
Untersuchungen an Ratten, die nur etwa 60% dessen zu fressen bekamen, was sie bei freiem Angebot fressen würden, führten zu erstaunlichen Ergebnissen. Die maximale Lebensspanne diese Tiere verlängerte sich um 40%.
Viele Menschen, die sehr alt geworden sind, wurden nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Häufig nahmen sie kein Abendessen zu sich und beschränkten die Energieaufnahme auf das Frühstück und Mittagessen.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass durch Hungern körpereigenes Wachstumshormon ausgeschüttet wird, was eventuell zu diesem Phänomen beitragen kann. Genug trinken ist lebenswichtig.
Mehr als 80% des menschlichen Körpers bestehen aus Wasser. Alle Stoffwechselvorgänge finden im Wasser statt. Nährstoffe werden mit Hilfe von Flüssigkeit transportiert, Gift- und Abfallstoffe werden mit Wasser aus dem Körper geschwemmt. Durch Schwitzen, Verdunsten und Ausscheidung durch die Lunge verlieren wir pro Tag etwa 2 Liter Wasser. Wird es nicht ersetzt, behindert es viele Körperfunktionen. Daher ist das Trinken von mindestens zwei Litern einfachem Leitungswasser oder Mineralwasser gerade im Alter sehr wichtig.

Vitamine

Vitamine sind Stoffe, die der Körper in den allermeisten Fällen nicht selbst herstellen kann. Sie sind jedoch lebensnotwendig und werden in ganz geringen Mengen benötigt. Der Mensch nimmt sie hauptsächlich mit der Nahrung auf.
Man unterscheidet wasserlösliche Vitamine, wie z.B. Vitamin C und die B-Vitamine, und fettlösliche wie z.B. Vitamin A und D. Da die fettlöslichen Vitamine im Gegensatz zu den wasserlöslichen im Körper gespeichert werden können, ist bei ihrer Dosierung Vorsicht geboten. Es kann hier zu Überdosierungen mit entsprechenden Nebenwirkungen kommen.
Ein Vitaminmangel ist häufig Begleiterscheinung bestimmter Erkrankungen, z.B. Leberschäden oder Alkoholabhängigkeit. Aber auch Schwangerschaft und Stillzeit können vorübergehend zu einem Mangel führen.
Ansonsten ist ein ernährungsbedingter Mangel in Ländern mit ausreichendem Nahrungsmittel-angebot außerordentlich selten.
Nahrungsergänzungsmittel, wie Vitamine und Spurenelemente, wirken vor allem präventiv. Verbesserungen machen sich also erst mit der Zeit bemerkbar. Ein allzu sorgloses Schlucken ganzer Batterien von Vitaminen und anderer Stoffe ist aber auf keinen Fall zu empfehlen

Spurenelemente

Spurenelemente sind Stoffe, die nur in ganz geringen Mengen im Körper vorkommen. Sie werden über unser Trinkwasser, die Nahrung und die Atemluft aufgenommen. Einige von ihnen, wie z.B. Eisen, Zink, Kupfer; Mangan oder Seien haben essentielle Bedeutung. Wenn sie fehlen, treten typische Mangelerscheinungen auf. Meistens kommt es zu Wachstumsstörungen, Haarausfall, Blutarmut, verzögerter Wundheilung oder Knochenfehlbildungen.
Die übermäßige Zufuhr an sich physiologisch nützlicher Spurenelemente kann allerdings schädlich sein.
Selen - Dieses Spurenelement wirkt als Bestandteil eines Enzyms antioxidativ. Außerdem ist es am Schilddrüsenhormonstoffwechsel beteiligt und beeinflusst das Zellwachstum. 30—70 Milligramm pro Tag gelten zur Zeit als angemessene Dosis

Antioxidantien

Neuere Forschungen vermuten, daß der Prozess des Alterns ganz wesentlich von so genannten freien Radikalen hervorgerufen wird. Es handelt sich hierbei um eine Gruppe besonders reaktionsfreudiger chemischer Verbindungen. Sie schädigen die verschiedenen körpereigenen Gewebearten, sind dafür verantwortlich, dass die Blutgefäße spröde werden und verkalken, zerstören die Erbinformation in den Zellkernen und können schließlich zu Zellentartungen und Krebs führen.
Im Körper kommt es bereits unter normalen Stoffwechselbedingungen, verstärkt jedoch durch erhöhten oxidativen Stress, wie z.B. starke Muskeltätigkeit, UV-Licht, Bestrahlung, Ozon, Tabakrauch oder bestimmte Pestizide ständig zur Bildung von freien Radikalen.
Dem Körper stehen zum Schutz der Zellen vor unerwünschten Angriffen effektive Reparaturmechanismen zur Verfügung. Als von außen zugeführte Schutzschilde fungieren die mit der Nahrung zugeführten antioxidativen Vitamine C und E (s.o.) sowie das Beta-Carotin und das Selen.
Betacarotin - Die Vorläufersubstanz des Vitamin A kommt in nahezu allen pflanzlichen Lebensmitteln vor und baut Sauer stoffradikale ab. Die zur Zeit empfohlene tägliche Zufuhr liegt bei zwei bis vier Milligramm. Betacarotin ist v.a. in frischen Gemüsesorten wie z.B. Feldsalat, Grünkohl, Möhren, Paprikaschoten und Spinat enthalten.
Eine hohe Betacarotingabe ‚ die um ein Vielfaches über der mit der Nahrung aufgenommenen Menge liegt, kann allerdings zu einer Steigerung des Krebsrisikos führen.