4. Monat

Aus dem Embryo ist ein Fötus geworden, der sich schnell weiter entwickelt. Er wird nun immer lebhafter, beginnt zu strampeln, bewegt den Kopf, Arme und Hände. Der Brustkorb hebt und senkt sich in der 15./16. Woche, während das Baby "Atemübungen" macht - obwohl es den Sauerstoff natürlich weiterhin über die Plazenta und die Nabelschnur bekommt. Die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, ist ein außerordentlich leistungsfähiges Organ - obwohl nur etwa acht Zentimeter groß. Sie übernimmt die Aufgaben, zu denen die Organe des Kindes noch nicht fähig sind, arbeitet für Lunge, Leber, Nieren mit, übernimmt die Rolle des noch nicht vorhandenen Immunsystems und produziert Stoffe für die Infektabwehr. "Nebenbei" produziert sie die Hormone, die für den Ablauf der Schwangerschaft und das Auslösen der späteren Wehen benötigt werden.
Das Baby entwickelt auch seine Sinne weiter, kann inzwischen auf Einflüsse von außen reagieren, wie z.B. auf Streicheln oder Handauflegen, indem es sich näher zu diesem Punkt hinbewegt. Gegen Ende des Monats misst es etwa 16 cm.

Körper und Seele

Waren viele Frauen während der ersten Wochen ein wenig in Sorge, dass sie nicht ausreichend an Gewicht zunahmen, so fällt es nun oft schwer, nicht mehr "zuzulegen" als im Durchschnitt erwartet wird. Und das ausgerechnet jetzt, da die morgendliche Übelkeit langsam schwindet und der Appetit zurückkommt .
Gegen Ende des Monats wird der Bauch auch für die Umwelt sichtbar.
Bereiten Sie die Haut ein wenig auf die kommende Dehnung vor, indem Sie sie häufig massieren und eincremen. Aufgrund von feinen Rissen im Unterhaut-Bindegewebe kann es in der Folgezeit zu Schwangerschaftsstreifen kommen, die über die Geburt hinaus sichtbar bleiben. Kleine dunkle Flecken sind dagegen Pigmenteinlagerungen, die in aller Regel von allein wieder verschwinden.
Tanken Sie jetzt so viel frische Luft wie möglich und verschaffen Sie sich Bewegung. Wer in dieser Zeit noch ein wenig trainiert, macht es dem Kreislauf leichter, mit den folgenden Monaten fertig zu werden. Schon jetzt transportiert er einen Liter Blut mehr durch den Körper, als zu Beginn der Schwangerschaft - und lässt Sie das vermutlich auch dann und wann spüren. Vielleicht beginnt es in dieser Zeit zum ersten Mal, ein wenig aus der Brust zu tröpfeln. Machen Sie sich darüber aber keine Gedanken - es kommt häufig vor, dass sich die Milchdrüsen schon so früh auf ihre "Arbeit" nach der Geburt einzustellen beginnen.
Besonders das erste Schwangerschaftsdrittel ist eine Zeit großer Veränderungen und viele Frauen haben manchmal das Gefühl, alleingelassen zu sein mit sich und all´ dem Drumherum. Sicher liegt das mit daran, dass ganz allgemein zu wenig über die "negativen" Gefühle gesprochen wird, die schon deshalb entstehen, weil ganz einfach noch zu viel ungewiss ist im künftigen Leben - und die Fragen, die sich dazu stellen, ganz schön bohren können.
Vielleicht hilft der Gedanke ein wenig, dass es eigentlich allen Frauen so geht - mehr oder weniger. Nehmen Sie mal wieder eine Freundin mit auf einen Bummel in die City oder auf eine kurze Fahrt ins Blaue und quatschen Sie sich einfach alles von der Seele, was Sie bedrückt.

Ernährung

Neben Eiweiß und Vitaminen werden jetzt zusätzlich Mineralstoffe benötigt, wie Eisen, Magnesium und Kalzium (siehe auch 5. Monat). Sie sind zwar keine direkten Energielieferanten, sorgen jedoch für die lebenswichtigen Stoffwechselvorgänge. Wie oben beschrieben, leistet die Plazenta den Stoffwechsel für das Baby nahezu allein - solange nicht alle seine Organe voll funktionsfähig sind. Deshalb ist gerade auch sie angewiesen auf Mineralstoffe wie z.B. Magnesium. Ist es ausreichend vorhanden, kann es das Wachstum des Babys positiv beeinflussen. Darüber hinaus kann es lästigen Wadenkrämpfen (wir kommen später noch darauf zurück) und vorzeitiger Wehentätigkeit entgegenwirken. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt schwangeren Frauen 3OO mg täglich.

  • Besonders reich an Magnesium sind Getreide (Weizenkeime!), Gemüse (Sojabohnen!), Vollkornbrot, Milchprodukte, Nüsse und Kakao.
  • Auch in einigen Mineralwässern findet man einen hohen Anteil an Magnesium (bei der Auswahl aber auf niedrigen Nitratgehalt achten).
  • Eisen ist genauso wichtig. Der Bedarf steigt in diesen Monaten auf das Doppelte an und beträgt etwa 3O mg pro Tag. Bei einer anhaltenden Unterversorgung besteht die Gefahr einer Anämie, also ein Mangel an roten Blutkörperchen. Damit verschlechtert sich sowohl Ihre eigene Versorgung mit Sauerstoff, als auch die des Babys. Da ein Mangel zudem eine Infektanfälligkeit mit sich bringt, wird häufig eine zusätzliche Einnahme von Eisen verordnet.
  • Besonders reich an Eisen sind mageres Fleisch, Fisch, Gemüse (Spinat, Rosen-, Grünkohl), Getreideerzeugnisse und Hülsenfrüchte.