6. Monat

Das Baby scheint das beruhigende Hin- und Hergeschaukeltwerden im Bauch zu genießen. In der Zeit zwischen der 16. und 26. Woche ist es am lebendigsten. Wenn es nicht gerade am Daumen lutscht (Saugen üben!) und nach draußen lauscht (seine Umwelt kann es jetzt akustisch wahrnehmen), drückt es sich schon mal von der elastischen Wand der Gebärmutter ab und schlägt Purzelbäume nach hinten. Nahezu schwerelos im Fruchtwasser wie ein Astronaut im All. Etwa ein Liter Fruchtwasser umgibt es jetzt, ab dem siebten Monat wird sich die Menge etwas verringern, um dem Baby mehr Platz zu geben. Das Trinken davon übt Schluckmechanismen und bereitet den Verdauungstrakt auf künftige Aufgaben vor. Manchmal spürt man ein sanftes, regelmäßiges Pochen - das Baby hat Schluckauf! Das kommt schon mal vor und ist ganz normal. Um die Augenlider bildet sich ein feiner Kranz von Wimpern, die Finger und Fußnägel werden langsam härter, ebenso wie das Skelett - und auf der Brust erscheinen zwei winzige, blassrote Warzen. Der Herzschlag wird nun so kräftig, dass man ihn bald durch die Bauchdecke hören kann. Das Baby bringt in diesem Monat sein erstes Pfund mit auf Mamis Waage - seine Scheitel-Steiß-Länge (SSL) beträgt jetzt etwa 20 - 25 cm.

Körper und Seele

Auch wenn der Kreislauf schon stark belastet ist, bewegen Sie sich weiter viel - wenn eben möglich an der frischen Luft. Neben Ihrem Kreislauf trainieren Sie dabei auch den des Babys - wenn sich mit erhöhtem Puls der Sauerstoffgehalt in Ihrem Blut erhöht, erhöhen sich auch Puls und Sauerstoffversorgung des Babys. Die Chancen, später ein Baby zu haben, das sich gern bewegt, werden dadurch erhöht. Mit der Ernährung ist es ganz ähnlich: Wenn die Mutter viel isst und sich nur wenig bewegt, dann begnügt sich bald auch das Baby mit der Nährstoffaufnahme und übt seine Muskulatur weniger.
Übrigens - wußten Sie, dass die Gebärmutter ein Muskel ist ? Und während ihrer Entwicklung zum größten menschlichen Muskel überhaupt wird? Von der Größe einer Faust ausgehend wird sie bis zur Entbindung den Bauchraum weitgehend ausfüllen. Dabei verschiebt sie die anderen Organe nach oben und hinten. Als eine unangenehme Folge davon kommt es bei vielen Frauen zu Sodbrennen, da der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr dauerhaft schließt und dadurch etwas Säure zurückfließen kann. Mit dem alten Hausmittel, zwei Haselnüsse gründlich zu zerkauen, bevor man sie hinunterschluckt, sollten Sie vorsichtig sein, da Nüsse selbst Säure enthalten.
TIPP: Besser einen Teelöffel Heilerde (hat nur basische Substanzen, die die Säuren neutralisieren - gibt es in der Apotheke) in einem Glas Wasser auflösen und über mehrere Tage hinweg jeweils morgens und abends trinken.

Ernährung

Die Ernährung im zweiten Schwangerschaftsdrittel unterscheidet sich nicht von der im ersten - vielleicht brauchen Sie 1OO Kalorien mehr am Tag. Denken Sie weiter an einen möglichst vollwertigen Speiseplan. Wenn Sie zu Sodbrennen neigen, können Sie dem Übel ein wenig entgegenwirken, indem Sie darauf achten, dass der Säure-Basen-Haushalt Ihres Körpers im Lot bleibt.
Es gibt unter den Nahrungsmitteln solche, die säureüberschüssig sind - und solche, die basenüberschüssig sind. Basen neutralisieren die Säuren.
Im Anschluss sehen Sie eine kleine Tabelle - wenn Sie mehr aus der rechten Spalte als aus der linken zu sich nehmen, bleiben Sie auf der basenüberschüssigen Seite.

Säureüberschüssig: Basenüberschüssig:
Fleisch und Fisch Gemüse
   
   
   
   
   

in der Ordination

Wenn Sie mal Probleme mit dem Blutzucker hatten, lassen Sie um diese Zeit einen Blutzuckerbelastungstest machen.
Da es an der Zeit ist, darüber nachzudenken, wo und wie Sie Ihr Baby zur Welt bringen möchten, verzichten Sie nicht auf die Meinung Ihrer Ärztin/Ihres Arztes. Wenn Sie sich für eine Hausgeburt entscheiden, lassen Sie sich über die Risiken aufklären.