Aniocentese

Die Amniocentese oder Fruchtwasserpunktion gehört zur pränatalen Diagnostik. Liegt ein erhöhtes Risiko für eine Chromosomenanomalie vor, kann zwischen der 15. und 17. Schwangerschaftswoche eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniocentese) vorgenommen werden, um genetische Krankheiten des Ungeborenen aufzuspüren.
Ob bei Ihnen ein erhöhtes Risiko vorliegt, ein Kind mit einer Chromosomenanomalie zu bekommen, erfahren Sie in der genetischen Beratung.
Unter örtlicher Betäubung und Ultraschallkontrolle entnimmt der Arzt mit einer dünnen Punktionsnadel eine Fruchtwasserprobe. Die Punktionsnadel wird durch die Bauchdecke in die Fruchtblase gestochen. Von dort wird eine Fruchtwasserprobe entnommen, das winzige Loch in der Fruchtblase schließt sich von allein. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt und ist nur mit geringen Schmerzen verbunden.
Bei Müttern, deren Blutgruppe Rhesus-negativ ist, müssen bei diesem Eingriff besondere Vorkehrungen getroffen werden.
Das Fruchtwasser enthält kindliche Zellen, die nach der Punktion kultiviert und untersucht werden. Die Untersuchung dauert etwa zwei Wochen. Durch die relativ späte Entnahme und die Dauer der Auswertung liegt die Diagnose frühestens in der 16. Schwangerschaftswoche vor. Auch wenn das Untersuchungsergebnis nun einen Schwangerschaftsabbruch nahe legt, erschwert das fortgeschrittene Stadium der Schwangerschaft den Entschluss dazu, da der Abbruch um so einfacher und sicherer ist, je früher er vollzogen wird.
Neben den häufigsten Chromosomenanomalien wie dem Down-Syndrom lassen sich auch andere Fehler im Erbgut, angeborene Stoffwechselleiden, aber auch das Geschlecht des Fötus nachweisen.
Verschiedene Werte des Fruchtwassers werden untersucht. Der Säuregehalt gibt einen Hinweis, ob ein Sauerstoffdefizit besteht. Der Bilirubingehalt lässt erkennen, ob ein Rh-positives Kind eine intrauterine Blutübertragung benötigt. Veränderte Enzym- und Eiweißwerte gelten als Hinweis auf eine Fehlbildung der Wirbelsäule und des Gehirns.

Risiken

Eine Amniocentese ist mit einem Abortrisiko von 0,5 bis 1,0% behaftet. Wird eine Frühamniocentese nach der 11. Schwangerschaftswoche durchgeführt und die zu untersuchende Fruchtwassermenge auf 10 ml begrenzt, ist das Risiko eines Aborts geringer als 1%.