Menopause

Die Jahre unmittelbar vor und nach der letzten Regelblutung bezeichnet man als Wechseljahre oder Klimakterium. Die letzte Regelblutung selbst heißt Menopause (vom griechischen pauo = ich höre auf). Natürlich ist die Feststellung "Dies war die letzte Regelblutung" immer nur im Nachhinein zu treffen. Die Regelblutungen werden in den Wechseljahren zunehmend unregelmäßig, bevor sie ganz aufhören. Wenn ein Jahr lang keine Blutung mehr aufgetreten ist, kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass auch keine weiteren folgen werden.
Etwa ein Drittel aller Frauen bemerken nur, dass die Monatsblutungen zunehmend unregelmäßiger werden und schließlich ganz aufhören. Diese Frauen haben keine Wechseljahresbeschwerden. Ein weiteres Drittel aller Frauen empfindet mäßige Beschwerden, während das dritte Drittel stark leidet.

Die Wechseljahre beginnen etwa drei Jahre vor der letzten Regelblutung, meist irgendwann zwischen Mitte 40 und Anfang 50.
Das durchschnittliche Alter bei der letzten Regelblutung liegt in Mitteleuropa bei 52 Jahren. Etwa ein Viertel aller 48-jährigen Frauen haben bereits keine Regelblutung mehr, die Hälfte aller 52-jährigen und 80% aller 54-jährigen. Aber 5% aller Frauen erleben die Menopause schon vor ihrem 40. Geburtstag, weitere 5% haben auch mit 58 noch Regelblutungen. Die Spanne ist also sehr weit.
Eine Frau kann mit 50 bereits lange die Wechseljahre hinter sich haben, während eine gleichaltrige noch regelmäßige Blutungen hat und eine effektive Empfängnisverhütung benötigt.
Die typischste Beschwerde der Wechseljahre sind die sogenannten Hitzewallungen, ein Gefühl intensiver Hitze, meist begleitet von heftigsten Schweißausbrüchen. Diese Hitzewallungen können nur alle paar Tage auftreten, aber auch 20 Mal an einem Tag. Zwischen 75% und 80% aller Frauen in den Wechseljahren berichten zumindest gelegentlich über Hitzewallungen, unabhängig, in welcher Kultur sie leben. Etwa 30% aller Frauen leiden sehr stark darunter.
Folgende Veränderungen der Gemütslage werden in der westlichen Zivilisation ebenfalls den Wechseljahren zugeschrieben: depressive Verstimmungen, Schlaflosigkeit, mangelndes Leistungsvermögen, Konzentrationsmangel, Antriebsschwäche, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Angstzustände, verminderte Libido, Vereinsamungsgefühl, Vergesslichkeit.
Einige dieser Beschwerden lassen sich direkt auf den zugrundeliegenden Hormonmangel zurückführen. So ist es nicht verwunderlich, dass eine Frau über Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Vergesslichkeit und mangelndes Leistungsvermögen klagt, wenn sie jede Nacht wegen Hitzewallungen und Schweißausbrüchen mehrfach aufstehen und das Nachthemd, vielleicht sogar die Bettwäsche wechseln muss - und so womöglich wochenlang nicht ausreichend Schlaf hat.
Jede Frau kann in den Wechseljahren eine Menge für sich und ihr Wohlbefinden tun. Dies reicht von gesunder Lebensführung, vielleicht einer Ernährungsumstellung und regelmäßigem Sport bis zu Kursen zur "Selbstfindung". Viele Frauen berichten allerdings, dass diese allgemeinen Maßnahmen nicht ausreichen, um Symptome zu verhindern. Ebenfalls wirkt leider eine "positive Einstellung" nicht gegen Hitzewallungen.
Die logische Schlussfolgerung bei Hormonmangel ist es, das fehlende Hormon von außen zuzuführen. Einige wenige Frauen dürfen aus bestimmten Gründen keine Hormone einnehmen, und manche Frauen lehnen aus persönlichen Gründen oder unzureichender Information die Einnahme von Hormonen ab. Falls eine Frau sich nach gründlicher Aufklärung über Nutzen und Risiken der Hormontherapie nicht dafür entschließen kann, können auch pflanzliche Präparate eine Linderung der Wechseljahresbeschwerden bieten. Für Frauen in den Wechseljahren sind fast alle verfügbaren Verhütungsmethoden geeignet, mit Ausnahme der Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage. Da in den Wechseljahren die Monatszyklen zunehmend unregelmäßig werden und die Blutungen manchmal ganz ausbleiben, ist die Berechnung der fruchtbaren Tage nicht mit genügender Sicherheit möglich.
Die kupferhaltige Spirale, Kondome oder Diaphragma sind geeignet, das IUD eignet sich besonders gut, und manche Paare entscheiden sich nach Abschluss der Familienplanung für die Sterilisation des Mannes oder der Frau. Aber auch die Pille ist keineswegs nur für Frauen unter 40 reserviert.

Osteoporose

Nach den Wechseljahren führt das Ausbleiben der Östrogenwirkung dazu, dass die Knochen allmählich immer "poröser" und brüchiger werden. Im voll ausgeprägten Stadium können Knochen (z.B. die Wirbelkörper der Wirbelsäule) von alleine brechen, ohne Einwirkung äußerer Umstände. Das Resultat ist der früher sogenannte "Witwenbuckel"; die Patientinnen werden immer kleiner und leiden außerdem ständig an Schmerzen. Dieses Krankheitsbild, "Osteoporose" genannt, trifft in seiner vollen Ausprägung etwa jede zehnte Frau nach den Wechseljahren. Zwar findet bei allen Frauen ein Abbau von Knochenmasse statt, jedoch kommt es auf den Ausgangszustand der Knochen an, ob die Krankheit zu ihrer stärksten Ausprägung kommt. Am meisten gefährdet sind schlanke, zierlich gebaute Frauen nord- und mitteleuropäischer oder asiatischer Abstammung. Frauen afrikanischer Abstammung dagegen bekommen keine Osteoporose.
Lange vor Beginn der Wechseljahre können Frauen einiges dafür tun, dass sie mit einem möglichst großen "Knochenvorrat" in die Wechseljahre gehen, so dass ein danach eintretender Abbau der Knochen nicht bis zur Osteoporose führt. Bis etwa Mitte 30 ist ein Zugewinn an Knochenmasse möglich. Danach kann mit entsprechender Ernährung und Sport die erreichte Knochenmasse gehalten werden. Regelmäßiger Sport, besonders Belastungssport wie z.B. mäßiges Gewichtheben an Geräten, fördert den Aufbau der Knochen. Übermäßiger Sport wie bei bestimmten Leistungssportarten kann aber wiederum negativ auf den Knochenbau wirken