Schangerschaft

Die meisten schwangeren Frauen fühlen sich mehr oder weniger "herumgeschubst" von ihren Hormonen. Sie empfinden sie als Übeltäter, wenn die morgentliche Übelkeit die Laune verdirbt - aber auch als Wohltäter, wenn ihre Wirkung auf die Gebärmutter eine schnelle Geburt ermöglicht. Welche Rolle sie aber schon beim Entstehen einer Schwangerschaft spielen, sagt das folgende Kapitel.

...der Weg zur Schwangerschaft Die "Säftelehre", die so alt ist wie das medizinische Denken überhaupt, leitete Gesundheit und Krankheit aus der "richtigen" bzw. "falschen" Zusammensetzung der Körpersäfte ab. Mit der Entdeckung der Hormone ( griech. hormao: Bote ) erfuhr diese alte Auffassung in unserem Jahrhundert eine neue Belebung. Man fand heraus, daß das Blut keineswegs nur dem Transport von Sauerstoff und Nährstoffen dient, sondern auch die wichtige Aufgabe der Reizübertragung hat. Die in verschiedenen Drüsen gebildeten und in winzigen Mengen in das Blut abgegebenen Hormone steuern den Organismus neben dem Nervensystem, können über die Blutbahnen jederzeit die entlegensten Winkel des Körpers erreichen und so den Organen Anweisungen für das der jeweiligen Situation angemessene Verhalten geben. Sie wirken stimulierend, hemmend, beschleunigend oder umstellend - so, wie das gerade bestehende Bedürfnis es erfordert. An der Spitze des hormonalen Steuersystems steht als "oberster Regler" der Tätigkeit aller hormonproduzierenden Drüsen der Hirnanhang - die nur kirschkerngroße Hypophyse. Sie selbst schickt mehr als ein Dutzend verschiedener Hormone ins Blut. Deren Aufgabe ist es u.a. auch, die Tätigkeit der Keimdrüsen anzuregen, den Wasserhaushalt des Körpers zu regulieren und die Gebärmuttertätigkeit für die Geburt. Von den 4OO.OOO - 5OO.OOO in jedem der beiden Eierstöcke vorhandenen Keimzellen wird alle 28 Tage eine reif. Das geschiet, indem die Zellen, die diese Eizelle umgeben, auf hormonales "Kommando" hin zu wuchern beginnen und schließlich ein mit Flüssigkeit gefülltes Bläschen bilden - den sogenannten Follikel ( lateinisch folliculus: das Säckchen ). Darin schwimmt die Eizelle - von Nährstoffen umgeben. Dieses Eibläschen wird nun selbst zu einer winzigen Hormondrüse, produziert das Östradiol - früher Follikelhormon genannt - ( ein Östrogen, also weibliches Geschlechtshormon ), um damit die Gebärmutterschleimhaut anzuregen, sich schon jetzt auf ein möglicherweise befruchtetes Ei vorzubereiten. Etwa in der zeitlichen Mitte zwischen zwei Monatsblutungen platzt dieses Bläschen und gibt das Ei frei ( Eisprung ), welches nun vom Eierstock in den Eileiter gelangt. Das geplatzte Bläschen selbst wandelt sich jetzt in eine weitere Hormondrüse um. Der winzige, entstandene Hohlraum füllt sich mit Zellen, die einen leuchtend gelben Stoff enthalten - weshalb man das wieder gefüllte Bläschen als Gelbkörper bezeichnet. Dieser produziert nun - während der Wanderung der Eizelle in Richtung Gebärmutter - das "Gelbkörper" - Hormon Progesteron. Dieses Hormon setzt nun in der zweiten Hälfte des Zwischenraumes zwischen zwei Menstruationen das vom Östradiol ( Follikelhormon ) begonnene Werk fort, indem es dafür Sorge trägt, daß die Gebärmutter noch stärker durchblutet und somit noch besser mit Nährstoffen versorgt wird. Die Schleimhaut der Gebärmutter wird weiter stimuliert, ein "Nest" zu bauen. Sie folgt dieser Anweisung, indem sie ein bis ins kleinste vorbereitetes "Bett" für ein möglicherweise befruchtetes Ei vorbereitet.

Stammzellen Stammzellen sind Basiszellen, die sich während der embryonalen Entwicklung zu speziellen Zellen, wie z. B. zu Herzmuskelzellen, roten Blutkörperchen oder Hautzellen, ausbilden.

Tripel - Test Beim Tripel-Test werden drei Stoffe, nämlich zwei Hormone (Östriol und hCG) und ein Eiweißstoff (alpha-Fetoprotein - AFP) aus dem Blut der Schwangeren bestimmt und zum Alter der Mutter und ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte in rechnerische Beziehung gesetzt.

Berechnungen Errechnen sie ganz einfach die wichtigsten Termine in ihrer Schwangerschaft.

Aniocentese Die Amniocentese oder Fruchtwasser-punktion gehört zur pränatalen Diagnostik. Liegt ein erhöhtes Risiko für eine Chromosomenanomalie vor, kann zwischen der 15. und 17. Schwangerschaftswoche eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniocentese) vorgenommen werden.

2. Monat Etwa drei, vier Tage nach der Befruchtung hat die Eizelle über den Eileiter die Gebärmutter erreicht und beginnt, sich einzurichten. Mit dem 9. Tag beginnt die Entwicklung zu einem Embryo, die am Ende der 4. Woche abgeschlossen sein wird

3. Monat Ein Gesicht ist erkennbar mit Ohrmuscheln, Nase, Augen und Augenlidern. Von Zeit zu Zeit trinkt es vom Fruchtwasser, das zum größten Teil aus Wasser besteht und ständig ausgewechselt wird.

4. Monat Aus dem Embryo ist ein Fötus geworden, der sich schnell weiter entwickelt. Er wird nun immer lebhafter, beginnt zu strampeln, bewegt den Kopf, Arme und Hände.

5. Monat Inzwischen hat es einen Blutkreislauf, der von dem der Mutter getrennt ist. Eifrig - mit etwa 13O Schlägen in der Minute - pumpt das kleine Herz jetzt schon rund 3O l Blut pro Tag durch die Adern.

6. Monat Etwa ein Liter Fruchtwasser umgibt es jetzt, ab dem siebten Monat wird sich die Menge etwas verringern, um dem Baby mehr Platz zu geben. Das Trinken davon übt Schluckmechanismen und bereitet den Verdauungstrakt auf künftige Aufgaben vor.

7. Monat Die Länge des Babys beträgt jetzt 3O - 35 cm, sein Gewicht ca. 15OO g. Neben der sichtbaren Entwicklung hat sich auch das akustische Wahrnehmungsvermögen weiter ausgebildet

8. Monat In der 3O. Woche wiegt es etwa 2OOO g. Käme es jetzt auf die Welt, hätte es mit Hilfe der heutigen Medizin bereits eine Chance, zu überleben.

9. Monat Das Raumangebot wird langsam kleiner. Konnte das Baby bisher in alle Richtungen munter herumturnen, kann es sich nun bald nur noch seitwärts bewegen.

Vor der Geburt Nur 5% der Babys werden genau an dem vorausberechneten Tag geboren, 2O% lassen sich mehr Zeit - manche lassen Ihre Mütter glatt zwei Wochen über die Zeit warten