Tripel - Test

Beim Tripel-Test werden drei Stoffe, nämlich zwei Hormone (Östriol und hCG) und ein Eiweißstoff (alpha-Fetoprotein - AFP) aus dem Blut der Schwangeren bestimmt und zum Alter der Mutter und ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte in rechnerische Beziehung gesetzt. Das Ergebnis gibt rein rechnerisch an, ob im konkreten untersuchten Fall ein höheres oder niedrigeres Risiko als das einer durchschnittlichen 35jährigen Schwangeren besteht, ein chromosomenkrankes Kind zu bekommen.
Das Ergebnis ist also eine rechnerische Wahrscheinlichkeitsaussage über die Möglichkeit, ein Morbus-Down-Kind (Chromosomenschaden) zu bekommen.
Zwischen der 14. und 20. Schwangerschaftswoche (am besten am Beginn der 16. Woche) wird eine Blutanalyse der Schwangeren vorgenommen. Die drei Substanzen, die untersucht werden, haben bei allen Schwangeren eine charakteristische Verlaufskurve. Bei einer Trisomie 21-Schwangerschaft verläuft diese Kurve etwas verzögert. Es wird bei dem Test nicht nach Stoffen gefahndet, die nur bei einem Kind mit Chromosomenschaden vorkommen. Man prüft nur das Phänomen einer Entwicklungsverzögerung, das die Trisomie 21-Kinder insgesamt auszeichnet. So hat ein Kind mit einem Down-Syndrom beispielsweise in der 17. Woche solche Werte, die andere Kinder in der 15./16. Woche aufweisen.

Vorsicht !

Falsche Ergebnisse sind häufig.
Hier tut sich eine wichtige Fehlerquelle auf: Irrt man sich als Frauenarzt im Schwangerschaftsalter und die Schwangerschaft ist tatsächlich jünger, kann das Ergebnis des Tripel-Tests falsch positiv ausfallen.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass die einzelnen Werte bei verschiedenen Schwangeren eine sehr große Streubreite aufweisen und somit viele intakte Schwangerschaften mit dem Makel des auffälligen Tripel-Tests falsch positiv ausfallen. Es gibt keine zuverlässigen Orientierungswerte wie zum Beispiel beim Blutdruck (120/80).
Es werden sehr viele normale Schwangerschaften als fraglich auffällig stigmatisiert, mit allen Folgen der Ängstigung und überschießenden diagnostischen Konsequenzen.
Andererseits werden natürlich auch viele Patientinnen beruhigt, wenn der Test ohne Befund ist. Leider gibt es auch falsche Ergebnisse, in diesem Fall falsch negative, wenn auch selten.
Als auffällig wird ein Testergebnis dann bezeichnet, wenn das errechnete Risiko in etwa so hoch ist, wie bei einer 35jährigen, nämlich bei 1:380 (oder höher 1:200 oder 1:100). Dann wird der Patientin nach allgemeiner Übereinkunft eine weiterführende Diagnostik (z.B.Amniozentese) angeboten.
Aber: Das Risiko, ein chromosomenkrankes Kind zu bekommen, steigt nicht schlagartig an und keine Schwangere hat ein Null-Risiko. Aber die meisten Schwangeren haben mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% Aussicht auf ein nicht chromosomal geschädigtes Kind - (bei den 44jährigen sind es immerhin noch 97%).
Bitte beachten Sie folgende Unzuverlässigkeiten: da der Test manchmal auch (unerklärlicherweise) falsche Ergebnisse liefert, empfehlen im Zweifelsfall viele Ärzte bei auffälligen Ergebnissen immer eine weitergehende pränatale Untersuchung der Chromosomen. Umgekehrt kann man auch nicht immer davon ausgehen, dass der Fetus tatsächlich gesund ist, wenn der Tripel-Test ein unauffälliges Ergebnis liefert. Von 1.000 Tests sind 50 auffällig. Werden diese 50 weiter untersucht, finden sich nur bei zwei Feten tatsächlich Auffälligkeiten

Risiko

Bei Frauen im Alter von etwa 35 Jahren entspricht das Risiko einer Fehlgeburt durch eine Fruchtwasseruntersuchung etwa dem, ein Kind mit einem Chromosomenschaden zu bekommen - nämlich 0,5 Prozent. Mit zunehmendem Alter der Frau steigt das Risiko, ein Kind mit Chromosomenschaden zu bekommen, rapide an. Daher wird Frauen, die älter als 34 Jahre sind, routinemäßig eine Fruchtwasseruntersuchung angeraten. Der Tripel-Test wird hingegen vor allem bei Schwangeren unter 34 Jahren angewendet.