Pränataldiagnostik :

Kypros Nicolaides wurde 1953 in Paphos, Zypern geboren. Er studierte Medizin am King´s College in London und trat 1980 nach Abschluß seines Sudiums dem Department für Gynäkologie und Geburtshilfe unter Dr. Charles Rodeck als erster Assistent bei. In dieser Zeit publizierte er zusammen mit Stuart Campbell auf dem Gebiet der Fetoskopie, bei Rhesusfaktor ISO-Immunisierung, fetalem Hydrops und intrauteriner Wachstumsretardation. Nach dem Ausscheiden von Charles Rodeck, wurde Nicolaides Direktor des Harris Birthright Research Centre for Fetal Medicine – dem erste Institut für Fetalmedizin in Großbritannien. Er begann mit einem umfassenden Forschungsprogramm für Pränatalmedizin, an dem mittlerweile mehr als tausenden Ärzte hospitiert haben.

Nicolaides Interesse galt zu Beginn seiner Arbeit der fetalen Blutuntersuchung, indem er Blut aus der Nabelschnur entnahm und dieses Verfahren als "Cordocentese" bezeichnete. Die Technik war schon aus Frankreich durch Fernand Daffos bekannt, aber Nicolaides entwickelte die Operatormethode weiter. 1992 publizierte er die erste Lasertherapie bei feto-fetalen Transfusionsyndrom in Zwillingsschwangerschaften.

Seine Forschungen auf dem Gebiet der Pränataldiagnostik überspannen ultrasonographische und cytogenetischen Studien. Begriffe wie ' Zitronezeichen ' oder ' Bananezeichen ' die er 1986 erstamal als wichtige Ultraschalzeichen bei Spina Bifida beschrieb, gehen auf Ihn zurück. Weltbekannt wurden seine Untersuchungen bei Chromosomendefekte, wo ihm 1992 mit der Darstellung der „Nackendicke“ ein wichtiger sonographischer Softmarker gelang. Daraus entwickelte er das Ersttrimesterscreening, ein Standart, der mittlerweile weltweit in der Geburtshilfe Einzug gefunden hat. Um die notwendige Qualität bei diesem Screening aufrecht zu halten, organisiert Nikolaides Sonographiekurse, die mit einer einheitlichen Zertifizierung abschließen. Mittlerweile arbeiten zertifizierte Ärzte in 52 Ländern

500 Artikeln und mehr als 30 Bücher und Monographien stellen sein wissenschaftlichs Werk da, sein Diplom für Fetalmedizin stellt die wichtigste Bescheinigung in Europa und anderen Ländern da. 1999 wurde ihm die „Ian Donald Goldmedaille“ seitens der internationalen Gesellschaft für Ultraschall in der Geburtshilfe verliehen.