5. Monat

Inzwischen hat das Baby einen Blutkreislauf, der von dem der Mutter getrennt ist. Eifrig - mit etwa 13O Schlägen in der Minute - pumpt das kleine Herz jetzt schon rund 3O l Blut pro Tag durch die Adern. Die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt nach wie vor über das Blut der Mutter, die Plazenta und die Nabelschnur. Manchmal greift es jetzt danach. Auch das Gehirn entwickelt sich schnell weiter, koordiniert nun immer komplexere Vorgänge in dem kleinen Organismus, steuert Arme, Hände, Beine und Füße immer feiner. Das Baby kann die Stirn runzeln, die Augenbrauen bewegen und eine Faust machen. Gegen Ende dieses Monats, wenn es mit gut 2O cm etwa die Hälfte seiner späteren Geburtslänge erreicht hat, werden seine ersten Bewegungen zu spüren sein. Ein wunderbares Gefühl, wenn das Baby auf diese Weise endlich "real" wird! Die ersten Stöße sind noch sehr sanft, zeugen aber von viel Lebenskraft.
Um die 25O g wiegt es jetzt.


Körper und Seele


Wie sich das Gewicht im Laufe der 9 Monate normalerweise entwickelt, zeigt die Grafik links.
Im ersten Drittel steigt das Gewicht nur gering an. Im zweiten und letzten Drittel liegen Sie richtig, wenn Sie im Schnitt pro Woche etwa 4OO - 5OO g zunehmen. Eine wesentlich höhere Zunahme sollte Anlass für einen Arztbesuch sein. Gegen Ende der Schwangerschaft werden Sie dann 1O - 11 kg zugenommen haben. Ein, zwei Kontrollen pro Woche reichen völlig aus - wiegen Sie sich dabei am besten immer morgens, unbekleidet und barfuß.


Ernährung

Eines der lebenswichtigsten Mineralstoffe ist Kalzium. Während der Schwangerschaft gibt die Mutter etwa 3O g an das Baby ab, das diese Menge in seinen Organismus einbaut.
"Jedes Kind kostet einen Zahn ..." lautet ein altes Ammenmärchen. Sicher ist es nicht so - aber der Spruch zeigt doch, wie sehr das Ungeborene beim Aufbau seines Skeletts und der Anlage der Zähne auf dieses Mineral angewiesen ist, das es nur aus dem Körper der Mutter beziehen kann. Eine ausreichende Versorgung können Sie insbesondere durch Milchprodukte sicherstellen. Die DGE - die Deutsche Gesellschaft für Ernährung - empfiehlt für die Zeit des Mehrbedarfs eine tägliche Menge von 1,2 g.
Diese 1,2 g stecken beispielsweise in einem halben Liter Milch, 4O g Gouda und zwei Bechern Joghurt.
Ebenfalls erhöht ist in diesen Monaten der Bedarf an Jod. Da ein anhaltender Mangel die Entwicklung des Kindes stören kann, sollten Sie auf eine ausreichende Zufuhr bedacht sein. Decken können Sie den Mehrbedarf i.d.R. durch einen Speiseplan, auf dem entweder die Milch einen festen Platz hat - oder aber mindestens eine, besser zwei Fischmahlzeiten (Seefisch) in der Woche. Ob die Verwendung von jodiertem Speisesalz oder die Einnahme von Jodtabletten sinnvoll ist, sollten Sie unbedingt zuvor mit dem Arzt besprechen. Die Schilddrüse, auf die sich das Jod ja auswirken soll, ist ein sehr sensibles Organ, das viele wichtige Vorgänge im Körper steuert.


in der Ordination

Um das Funktionieren des wichtigen Stoffwechsels in der Plazenta zu überprüfen, besteht im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung die Möglichkeit, den Gehalt der von ihr produzierten Hormone im Venenblut zu kontrollieren. Die beiden Hormone HPL und E3 geben dabei über ihr Befinden Aufschluss.
Vielleicht wird noch vor Ablauf dieses Monats eine zweite Ultraschalluntersuchung gemacht, um die Entwicklung des Babys genauer zu prüfen. Dazu werden seine Länge, Brust- und Kopfumfang gemessen.
Der Fundus, der oberste Punkt der Gebärmutter, liegt jetzt etwa in Höhe des Nabels. Die Ärztin bzw. der Arzt wird bei dieser Untersuchung auch ihre Entwicklung sowie Größe und Sitz der Plazenta überprüfen.
Denken Sie an den Abbau von Kalzium in Ihrem Körper und gehen Sie vorbeugend zum Zahnarzt.


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