Wahlarzt

Wahlärzte haben keine Kassenverträge zu den Versicherungen. Patienten von Wahlärzten sind daher gleichsam Privatpatienten. Das bedeutet, dass sich der Arzt bei der Behandlung an keinerlei Restriktionen der Krankenkasse halten muss.
Es ist sinnvoll, als Wahlarzt den Patienten über die Art der vorzunehmenden Maßnahmen sowie deren medizinische Begründung und Notwendigkeit besonders genau aufzuklären, hat doch der Patient beim Wahlarzt sämtliche Kosten der Behandlung vorerst einmal selbst zu tragen. Daher empfiehlt es sich auch, gerade bei teureren Behandlungen den Patienten über die voraussichtlichen Kosten im vorhinein zu informieren. Das hilft, in späterer Folge unliebsame Diskussionen mit dem Patienten zu vermeiden

Honorare

Dem Patienten wird vom Wahlarzt eine Rechnung ausgestellt - üblicherweise nach Beendigung der Behandlung.Die Rechnung ist vom Patienten zu bezahlen und wird danach bei der Krankenkasse mit dem Antrag auf Kostenersatz eingereicht. Dieses an sich einfache Muster eines Kostenersatzes, wie er in der Versicherungswirtschaft üblich ist.

Wichtig: Durch das sogenannte "Cäsionsrecht" ist es nur dem Patienten gestattet um Kostenersatz anzusuchen – ein Ansuchen durch den Arzt ist derzeit nicht möglich.

Kostenersatz

Die Krankenkassen gewähren erst Rückersatz, wenn der Patient die Leistung des Wahlarztes auch bezahlt hat. Die Vorlage der Rechnung allein reicht nicht. Der Patient muss gegenüber der Kasse auch nachweisen, dass die angefallen Kosten tatsächlich von ihm bezahlt wurden: durch Vorlage einer Zahlungsbestätigung (Quittung), eines Erlagscheinabschnitts oder eines Kontoauszugs. Diese Bestätigung über die Bezahlung der ärztlichen Leistung ist gemeinsam mit der Honorarnote - übrigens im Original - bei der Kasse einzureichen.
Die Höhe der Kostenrückerstattung ist bei den Krankenkassen unterschiedlich. In Anbetracht der Tatsache, dass der bei weitem überwiegende Teil der Patienten bei der Wiener Gebietskrankenkasse versichert ist, sollten hier vor allem die Regelungen bei der Wiener Gebietskrankenkasse dargestellt werden.
Bei der Wiener Gebietskrankenkasse ist der Kostenrückersatz vor einigen Jahren 1 trotz Protesten der Ärzteschaft neu geregelt worden: Patienten in Wien erhalten aufgrund dessen nur mehr 80 Prozent von dem, was die Kasse einem Vertragsarzt zahlen würde, hätte der Patient einen solchen aufgesucht. Wurde also z.B. vom Wahlarzt eine Harnuntersuchung durchgeführt, so erhält der Patient als Rückersatz 80% dessen, was der Vertragsarzt, hätte er die Harnuntersuchung gemacht, als Vertragsarzthonorar erhalten hätte.

Ausschluss des Kostenersatzes

In internen Regelungsvorschriften regeln die Sozialversicherungen jene Fälle, in denen eine Kostenerstattung gänzlich ausgeschlossen ist. Wieder sei pars pro toto die Regelung bei der Gebietskrankenkasse näher beleuchtet.
Nach den Regelungen der Krankenordnung der Wiener Gebietskrankenkasse kann innerhalb eines Quartals nicht ein Allgemeinmediziner beziehungsweise ein Facharzt als Vertragsarzt und ein Allgemeinmediziner beziehungsweise ein Facharzt desselben Sonderfaches als Wahlarzt in Anspruch genommen werden. Holt sich also der Patient beim Wahlarzt im selben Quartal zum Beispiel eine "second opinion" ein, so erhält er von der Krankenkasse keinen Kostenersatz mehr. Gleiches gilt, wenn der Patient zwei fachgleiche Wahlärzte in einem Quartal aufsucht oder im selben Quartal in eine Spitalsambulanz und zu einem Wahlarzt geht. Bei der Inanspruchnahme von zwei Wahlärzten refundiert die Krankenkasse jene Honorarnote, welche vom Patienten zuerst eingereicht wurde.